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Lieber Besucher des Krippenmuseums! Über das Datum der Entstehung der Krippe wissen wir so
gut wie nichts. Wie bei fast allem, was zutiefst "volkstümlich"
ist, will sagen, aus dem Volke stammt, hat sich die Krippe aus verschiedenen
Wurzeln entwickelt. Erste Krippendarstellungen findet man in den Grabplatten
der Katakomben in Italien. Weiters sind es Mosaiken und Malereien auf
italienischem Gebiet, die sich bereits seit dem 2.Jahrhundert des Themas
der Geburt Christi angenommen haben. Sehr viel später erst bemächtigte
sich die Plastik des Themas und stellte die Geburtsgruppe in Reliefform
mit meist sehr großen Figuren dar. Aus dieser trat nach und nach die heutige
Form der Krippe mit beweglichen Figuren heraus, wobei unter "beweglich"
ein Verstellen, Verschieben der einzelnen Figuren gemeint ist und nicht
die innere Beweglichkeit. Das Verstellen, Verschieben der Figuren ist
zu einem wichtigen Element der Krippe geworden. Diese Krippenfiguren waren
sehr groß von Format ((bis 1 Meter und mehr) und meist prächtig gekleidet.
Die Krippen dieses Typs standen ausschließlich in Kirchen und Klöstern,
wobei von bestimmten Orden, wie z.B. den Jesuiten die stärksten Impulse
gesetzt wurden. Bis ins 16. Jahrhundert hinein haben wir keine Kunde über
das Auftreten von Hauskrippen. Erst im 17. Jahrhundert wurden sie volkstümlich.
Der große Durchbruch erfolgte erst nach den kirchenfeindlichen Erlässen,
die die Aufstellung von Krippen in Kirchen und Klöstern gänzlich untersagten.
Zu dieser Zeit aber hatte sich das Volk bereits so an den frommen Brauch
gewöhnt, das es nicht mehr darauf verzichten wollte. Man entfernte die
Krippen zwar aus der Kirche, stellte sie aber in einem Haus oder Hof
wieder auf, was von den Obrigkeiten sowohl Frankreichs, als auch des Habsburgerreiches
nicht im mindesten nicht im mindesten vorgesehen war. |